Dachpfannen, umgangssprachlich auch als Dachziegel bekannt, sind buchstäblich die Krone eines Gebäudes und verpassen seinem Gesamteindruck den letzten Schliff. Sie können aber auch schnell für Kopfzerbrechen sorgen. Denn neben der Farbwahl ist vor allem eines wichtig: Welches Material ist für Ihre Dacheindeckung die beste Wahl?

Eine Info vorab: Wenn es Ihnen allein um die Optik geht, können Sie beruhigt aufatmen. In Sachen Farb- und Formvarianten bieten Dachziegel und Dachsteine nämlich die gleichen Möglichkeiten. Kniffelig wird es erst, wenn Sie weitere Eigenschaften in Ihre Entscheidung einbeziehen. Wir haben die wichtigsten Faktoren zusammengefasst, damit Sie kompetente Kriterien an der Hand haben, um die Auswahl gemeinsam mit Ihrem Dachdecker oder Zimmerer treffen zu können.


Dachpfannen, Dachziegel, Dachsteine, Dachplatten

 

Zunächst gilt es, die grundlegenden Begriffe zu klären, um Unklarheiten zwischen Ihnen und dem Dachdecker oder Zimmerer zu vermeiden. Denn in der Umgangssprache werden die Begriffe oft missverständlich als Synonyme verwendet.

Dachdecker und Zimmerer nutzen den Begriff Dachpfanne als Oberbegriff für alle Arten von Dachziegeln, Dachplatten und Dachsteinen.

Schon gewusst? Der Begriff Dachpfanne in Verbindung mit einer Region steht für eine Dachpfanne mit einer bestimmten Form. Dazu gehören etwa die Harzer Pfanne sowie die Frankfurter Pfanne.

Um das verwendete Material sprachlich zu unterscheiden, werden als Dachziegel in Fachkreisen tatsächlich nur Pfannen aus Ton bezeichnet. Sobald Dachpfannen aus Beton hergestellt werden, spricht man von Dachsteinen.[1] Dachplatten hingegen bestehen aus Metall. Einen Überblick über die unterschiedlichen Materialien zur Dacheindeckung finden Sie auch in unserem Ratgeberbeitrag Dachziegel & Co.: Welche ist die beste Dacheindeckung?


Ton – ein Klassiker mit langer Tradition


Dachziegel aus dem natürlichen Rohstoff Ton haben eine lange Tradition. Bereits die Römer und die Griechen haben ihre Bauten mit Dachziegeln eingedeckt. Dabei wurden die Dachziegel bei Temperaturen von 900 bis 1200 °C im Ofen gebrannt. Durch das Brennen erhält der Ton seine typische rote Farbe und wird widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse.

Die Herstellung ist auch heute noch ähnlich, doch natürlich hat der Fortschritt auch vor Dachziegeln nicht Halt gemacht: Heutzutage sind neben dem naturroten Klassiker auch engobierte und glasierte Ziegel auf dem Markt. Engobierte Ziegel haben ihren Namen von der sogenannten Engobe, einer Ton-Mineral-Masse. Die Masse wird vor dem Brennen über den Ziegel gegossen, damit dieser eine andere Farbgebung und eine gleichmäßige, matte Oberfläche erhält. Die Engobe bietet jedoch keinerlei Schutzwirkung, sondern dient nur der Optik.[2]

Glasierte Ziegel erhalten vor dem Brennen einen farbigen Überzug, die Glasur. Diese ist keine Schutzschicht im eigentlichen Sinne, doch Schmutzpartikel haben es auf glasierten Dachziegeln deutlich schwerer auf unbehandelten. Dafür sind glasierte Dachziegel anfälliger für Krakelee, also kleine Risse in der Glasur. Ein Schönheitsmanko, das allerdings die Funktion der Dachziegel nicht beeinträchtigt.[3]


Beton – der umweltschonende Jungspund


Für die Herstellung von Dachsteinen muss der Beton erst aus Sand, Zement und Wasser gemischt werden. Um Dachsteine in verschiedenen Farben erstrahlen zu lassen, werden Eisenoxide in die Mischung gegeben. Danach werden die Dachsteine bei 60 °C getrocknet und anschließend fast einen Monat lang gelagert. Zum Abschluss erhalten die Dachsteine einen Anstrich aus Acryldispersion, um das Anhaften von Schmutzpartikeln zu erschweren.

Die niedrigere Temperatur bei der Herstellung von Dachsteinen sorgt nicht nur für eine bessere Klimabilanz. Dass weniger Energie benötigt wird, kommt auch dem Geldbeutel der Käufer zugute.

Im Gegensatz zu Dachziegeln sind die Dachsteine noch sehr jung. Um 1840 wurden die ersten Dachpfannen aus Beton hergestellt. Heute sind die robusten Dachsteine fast ebenso beliebt wie Dachziegel.[4]

 

Unterscheidungsmerkmale Dachziegel und Dachstein

 

Natürlich hat jedes Material seine individuellen Eigenschaften, die Vor- und Nachteile mit sich bringen. Einen eindeutigen “Sieger” gibt es nicht. Die Wahl hängt von Ihren Prioritäten als Hausbesitzer ab. Ganz nach Ihren Vorlieben können Sie anhand der charakteristischen Eigenschaften eine kompetente Wahl zwischen Beton und Ton treffen.

Damit Sie einen schnellen Überblick erhalten, schlüsseln wir die wichtigsten Eigenschaften in einer Tabelle auf:[5]

 

Eigenschaft/MaterialDachziegel aus TonDachsteine aus Beton
GewichtLeichter als Dachsteine, daher gut geeignet für schlankere DachkonstruktionenHohes Gewicht, dadurch bessere Auflage
LebensdauerHäufig Garantie von bis zu 30 Jahren, Erfahrungen zeigen Haltbarkeit bis zu etwa 60 Jahren; glasierte Ziegel haben eine Lebensdauer bis zu 80 JahrenJe nach Qualität etwa 40 Jahre
VerschmutzungJe nach Beschichtung resistent gegen Verschmutzung und Moos- sowie AlgenbewuchsNeuere Produkte mit selbstreinigenden Beschichtungen, daher haften Algen u. ä. schlecht
UmwelteinflüsseHält Umwelteinflüssen gut standResistent gegenüber Hagel, beständig gegenüber Frost, bruchfest und trittsicher (vorteilhaft für Schornsteinfeger)
Dämmung/SchallschutzWeniger Schallschutz Außengeräusche werden bis zu drei Dezibel gegenüber den Dachziegeln gesenk
WartungKaum nötigKaum nötig
Variationen Optik (Form, Farbe)Große Auswahl an Formen und FarbenGroße Auswahl an Formen und Farben
ÖkobilanzReines Naturprodukt, aber Herstellung energieintensiv, Ton muss teilweise weit transportiert werdenHerstellung verbraucht etwa 70% weniger Energie als bei Tonziegeln
KostenPreise variabel, meist etwas höher als bei Beton, zumeist mehr Aufwand beim DachdeckenPreis variabel, im Durchschnitt etwas niedriger als bei Ton; Arbeitskosten zumeist niedriger durch weniger Aufwand


Ton oder Beton – Wer hat bei Ihnen die Nase vorn?

 

Ob Dachziegel oder Dachsteine, beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Es kommt ganz darauf an, welche Anforderungen Sie an Ihre Dachpfannen haben. Wenn Sie Ihr Haus an einer belebten Hauptstraße bauen, ist es sicher von Vorteil, wenn die Dachsteine Umgebungsgeräusche dämpfen. Ist Ihre Dachkonstruktion eher zierlich, könnten die leichteren Dachziegel die Nase vorne haben.

Daher haben Sie anhand der Tabelle einen ersten Überblick über diese Eigenschaften von Dachziegeln und Dachsteinen. Haben sich Überlegungen rund um die Frage, ob Dachziegel aus Ton oder Dachsteine aus Beton die bessere Wahl für Sie sind, geklärt? Sehr gut, denn dann können Sie direkt mit dem Dachdecker oder Zimmerer Ihres Vertrauens Ihr ganz persönliches Traumdach besprechen.

Übrigens hilft oft auch ein Blick auf die Gebäude in Ihrer Nachbarschaft. Dank Ihres neuen Wissens rund um Dachpfannen können Sie vielleicht schon erkennen, ob Dachziegel oder Dachsteine in Ihrer Region beliebter sind.

Sollten Sie zu den Dachpfannen oder darüber hinaus noch Fragen haben, können Sie sich auch direkt an uns wenden. Mit MeinDach steht Ihnen ein kompetenter Full-Service zur Verfügung: Wir finden den richtigen Dachdecker oder Zimmerer für Ihr Dachprojekt und begleiten Sie von der ersten Anfrage bis zum fertigen Dach und darüber hinaus. Unsere Partnerdachdecker und -zimmerer legen Wert auf höchste Qualität und beraten Sie gerne zu den vielfältigen Möglichkeiten der Eindeckung.

 

Jetzt Dachdecker finden »

Quellen

[1]https://www.wallstreet-online.de/ratgeber/haus-und-immobilien/immobilien-und-grundstuecke/gut-bedacht-mit-dachpfanne-dachziegel-oder-dachstein

[2]http://www.heimhelden.de/dachziegel-engobiert

[3]https://www.hurra-wir-bauen.de/energie-sparen/waermedaemmung/dacheindeckung.html
[4]https://www.sanier.de/dach/dach-ratgeber/dachziegel-oder-dachsteine
[5]http://www.dach.de/aktuell/dachziegel-und-dachsteine-was-sind-die-unterschiede-10561/
https://www.sanier.de/dach/dach-ratgeber/dachziegel-oder-dachsteine
https://www.braas.de/bauen-sanieren/entscheidungshilfe-dachbaustoffe
http://www.dach.de/eindeckung/dachsteine/dachsteine-braas-studie-belegt-wer-bescheid-weiss-greift-zum-dach-stein-01612/