Ein Haus mit neuem Dach

Alles zur Lebensdauer eines Daches

Dies alles trägt zur Lebensdauer eines Daches bei: Witterungsbedingungen, Qualität des Materials, Sanierfähigkeit des Materials.

Ein Dach ist im besonderen Maße der Witterung ausgesetzt. Deshalb ist es stets besonders stabil und widerstandsfähig ausgelegt. Dennoch nagt auch am besten Dach vom ersten Tag an der Zahn der Zeit. Bis ein neues Dach jedoch reif für den Austausch wird, vergehen in der Regel Jahrzehnte. Wie lang genau ein neues Dach hält, ist in hohem Maße von der Qualität des Materials sowie den klimatischen und örtlichen Bedingungen des Gebäudestandortes abhängig. Beim Kauf eines Hauses sollte man sich deshalb die Qualität der Dacheindeckung stets genau ansehen. Lesen Sie in diesem Artikel, worauf Sie achten sollten.

 

 

Wie stelle ich die Lebensdauer eines Daches fest? 

MeinDach Geschäftsführer Felix Ludes mit Hausbesitzer in der Nähe dach decken

Um zu ermitteln, wie lange ein bereits bestehendes Dach noch in etwa halten wird, sollten Sie eine Begutachtung mit einem einen Experten wie einem Dachdecker, Zimmerer oder Gutachter durchführen. Dabei wird folgendes geprüft: 

Die Dichtheit des Daches ist selbstverständlich das erste und wichtigste Kriterium, auf welches man bei einer Begutachtung achten sollte. Ein undichtes Dach hat seinen Zweck verfehlt. Es schützt das darunter liegende Gebäude nicht mehr vor eindringendem Wasser. Fäulnis, Schimmel und Frostschäden können jetzt angreifen und das Haus allmählich zerstören. Darum: Bei der äußeren Betrachtung werden die einzelnen Dachelemente genau inspiziert. Aber Vorsicht: Schmutz, Bemoosung, Flechten oder Rostflecken sind noch lange kein Hinweis auf einen schweren Schaden am Dach. Auch das Fehlen einzelner Dachpfannen hat nicht unbedingt die sofortige Neueindeckung des Daches zur Folge. Jedoch sollte in diesem Fall sofort gehandelt und die fehlende Dachpfanne ersetzt werden. So wird verhindert, dass beim nächsten Regenguss Wasser eindringt und mit seinem zerstörerischen Werk beginnt. 

 

Im zweiten Schritt wird die Innenseite des Daches so gut es geht begutachtet. Bei Sonnenschein lassen sich jetzt offene Stellen gut entdecken. Bei verschalten bzw. ausgebauten Dächern wird auf einen muffigen Geruch oder offensichtliche Feuchteschäden geachtet. Dahinter befindet sich in der Regel eine Beschädigung der Dachhaut.

 

Beim Material der Dacheindeckung sollte man auf folgendes achten:

  • Besteht die alte Dacheindeckung aus Faserzement?
  • Wenn ja, wie alt sind die Faserzement-Platten?
  • Falls Dachziegel verbaut sind, sind diese glasiert?

Wenn die Dachhaut aus Faserzement besteht und vor dem Jahr 1979 verbaut wurde, dann muss unbedingt im zweiten Schritt geprüft werden, ob es sich bei der Dacheindeckung um asbesthaltige Faserzementplatten handelt. Asbest wurde in Deutschland von 1979 bis 1990 schrittweise verboten. Vor allem in der ehemaligen DDR und in der Region rund um Berlin findet man auch heute noch häufig Häuser, die mit asbesthaltigen Faserzementplatten verkleidet oder eingedeckt sind. Falls sich der Verdacht bestätigt, spielen Dichtheit und Qualität der Dacheindeckung keine Rolle. Das Dach muss sofort professionell abgetragen und entsorgt werden, und zwar durch einen dafür zertifizierten Dachdecker. Wenn also ein Dach, Schuppen oder Garage mit den verdächtigen wellenförmigen Faserzementplatten abgedeckt ist, ist Obacht angesagt. 

 

Bei Dachziegeln wurde in den letzten Jahrzehnten viel weiter entwickelt. Nicht-glasierte Dachziegel neigen dazu, sich bei Nässe voll zu saugen. Bei Frost platzen diese dann auf und zerbröseln im Lauf der Zeit. Wenn ein Dach schon die ersten sichtbar zerbröselten Dachziegel hat, lohnte sich in der Vergangenheit eine Reparatur in der Regel nicht. Die übliche Maßnahme war, die Dachziegel komplett gegen eine neue Dacheindeckung zu tauschen. Heute gibt es jedoch für leicht angegriffene Dächer aus Betonziegeln oder nicht glasierten Dachziegeln noch Hoffnung: Mit Hilfe von Glasfasermatten und Epoxidharz lässt sich auch bei einem leicht angewitterten Dach noch viele Jahre an restlicher Lebensdauer eines Daches herausholen. Dazu dürfen sich aber keine Mooswurzeln im Ziegel befinden und die Verwitterung darf nicht zu weit fortgeschritten sein.

 

Schließlich sollte man sich ansehen, ob die Materialien sanierfähig sind. Ein Dachstein aus Beton oder ein glasierter Dachziegel aus gebranntem Ton lassen sich durch gründliches Reinigen und neu Beschichten in der Regel wieder aufarbeiten. Hierfür gibt es Spezialfirmen, die ein Dach binnen 2-3 Tagen wieder gründlich auffrischen. Das Dach sieht anschließend wie neu aus und hat noch viele Jahrzehnte Lebensdauer vor sich.

 

 

Ungefähre Lebensdauer eines Daches nach Materialien

dachziegel ton beton dachsteine

 

Wie lange hält ein Dach, das ist eine wichtige Frage, wenn es um die Auswahl Ihrer Dachmaterialien geht. Bei der Lebensdauer eines Daches kommt es stark auf die verarbeiteten Materialien an. Hier kann man durchaus nach der Devise verfahren, dass günstigere Dachmaterialien eine entsprechend kürzere Lebensdauer haben als teurere Produkte zur Dacheindeckung. 

 

Lebensdauer eines Daches: Traditionell und haltbar – das Ziegeldach

 

Das Dach aus gebrannten Ziegeln ist nach wie vor die häufigste Form der Dacheindeckung in Deutschland. Dachziegel werden in drei Varianten angeboten: 

  • Naturbelassen
  • Engobiert
  • Glasiert

 

Naturbelassene Ziegel werden zwar bis zur Sintergrenze gebrannt. Damit verglasen sie im Innern und bekommen eine gewisse Widerstandskraft gegen eindringende Feuchtigkeit und Frost. Dennoch sind sie in ihrer Haltbarkeit begrenzt. Man kann jedoch bei ohne zusätzliche Wartung bei einem Ziegeldach von einer Lebensdauer von ca. 60 – 70 Jahren ausgehen.

 

Engobierte Dachziegel bekommen nach dem Erstbrand eine weitere Schicht Ton aufgetragen. Dieser verschließt die Kapillaren und Poren des Kernziegels. Nach dem Zweitbrand entsteht ein Dachziegel, der eine wesentlich höhere Widerstandskraft besitzt als der naturbelassene Ziegel. Der Vorteil des Engobierens ist, dass der Ziegel seine traditionell matte Struktur behält. Engobierte Dachziegel haben eine Lebensdauer von 70 – 80 Jahren.

 

Der glasierte Dachziegel ist schließlich die Deluxe-Variante des traditionellen Materials zur Dacheindeckung. Der gebrannte Ziegel wird mit zermahlenem Glaspulver eingesprüht und nochmal gebrannt. Dabei zerläuft das Glas und bildet eine besonders wetterfeste Glasur. Bei einem glasierten Dachziegel kann man getrost von einer Lebensdauer von über 100 Jahren ausgehen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Glasur der Dachziegel in jeder Farbe bestellbar ist. Es besteht jedoch auch ein gewisser Nachteil: Glasierte Dachziegel sind hochglänzend. Diese reflektieren nicht nur das Sonnenlicht. Vor allem Traditionalisten sehen die glasierten Ziegel eher ungerne. Deshalb sollte man bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses unbedingt die Erlaubnis des Denkmalamtes einholen, bevor man die besonders haltbaren glasierten Dachziegel verwendet. 

 

Lebensdauer eines Daches: Edel, teuer, aber haltbar: Schieferdächer

 

Schiefer ist ein plattenförmig gepresster Naturstein. Er ist Millionen von Jahre alt. Darum halten auch Schieferdächer, die hunderte von Jahren alt sind, so dicht wie am ersten Tag. Die Bruchkanten des Schiefers sind aber seine Schwachstelle. Hier kann Wasser eindringen und über die Jahrzehnte hinweg immer mehr vom Material wegnagen. Wenn ein Schieferdach ein Fall für die Sanierung wird, wird es meistens teuer. In der Regel ist der darunter liegende Dachstuhl auch nicht mehr so ganz gerade. Manchmal ist es dann lohnenswerter, das ganze Dachgeschoss zu entfernen und durch einen Neuaufbau zu ersetzen. 

 

Lebensdauer eines Daches: MetalldachLanglebig und pflegeleicht

 

Wenn Sie sich für Dachpfannen aus Metall, auch Metallplatten genannt, entscheiden, haben Sie auf jeden Fall eine langlebige Variante. Ein Dach mit Metalleindeckung hält in der Regel 75 bis 100 Jahre. Das Praktische: Die Metallplatten entwickeln mit der Zeit Ihren eigenen Schutz, die Patina. Entstanden durch Oxidation, schimmert sie bei Kupferdächern grün, bei Dächern aus Zink eher dunkelgrau. Weitere Vorteil von Metalldachplatten ist, dass sie auf Grund Ihres geringen gewichtes leichter und damit schneller zu verlegen sind als Dachziegel aus Ton und Dachsteine aus Beton. 

 

Lebensdauer eines Daches: FlachdachKunststoff- und Bitumenbahnen

 

Ein Flachdach hält in der Regel nicht so lange wie ein Steildach. Hier können Sie mit etwa 30 – 40 Jahren rechnen, bis Sie eine neue Dachsanierung vornehmen lassen müssen. Kunststoff- und Bitumenbahnen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, und es kommt auch hier ganz auf den Einsatz an, mit welchem Material Ihr Dach besser und länger wird. Auch hier gilt: Je besser die Qualität des Materials, desto länger wird Ihr Dach sicher und dicht bleiben. 

 

 

Lebensdauer eines Daches? Ihr Dachdecker weiß Rat

 

Dachdecker Dachziegel Marco Heigert

 


Der beste Weg, die verbliebene Lebensdauer eines Daches zu ermitteln, oder aber sich zu informieren, welches Dachmaterial für Sie auf Grund seiner Lebensdauer am ehesten für Ihre Dachsanierung in Frage kommt, ist, sich einen Dachdecker zur Begutachtung kommen zu lassen. MeinDach hilft Ihnen, den passenden Dachdecker in Ihrer Region zu finden, denn dieser kennt die Wetterbedingungen Ihrer Örtlichkeit am Besten und kann nach einer persönlichen und professionellen Begehung gut einschätzen, ob eine Dachsanierung bereits notwendig ist, oder wann in etwa Sie damit rechnen müssen. 

 

Jetzt Dachdecker vor Ort finden 

 

MeinDach arbeitet ausschließlich mit zertifizierten deutschen Meisterbetrieben zusammen, die hervorragende Referenzen haben und Ihr Handwerk verstehen. Fordern Sie noch heute ein kostenloses Angebot von einem unserer Partnerbetriebe in Ihrer Nähe an.