Dämmung für das Flachdach: Darauf kommt es an

Mit einer neuen Dämmung fürs Flachdach können Sie Ihren Energieverbrauch senken und Energiekosten sparen. Wir erklären Ihnen, worauf es bei der Flachdachdämmung ankommt, wenn Sie Ihr Zuhause fit machen wollen für die Zukunft.

Neue Dämmung fürs Flachdach: Wann lohnt sie sich?

Viele Hausbesitzer befürchten, dass die Kosten für eine nachträgliche Flachdachdämmung so hoch sind, dass Sie sich nicht amortisieren. Jedes Flachdach ist anders und verlangt nach eigenen Maßnahmen, sodass es von unterschiedlichen Faktoren abhängt, ob sich die Investition in eine neue Dämmung lohnt.

Das Umweltinstitut München hat ein Berechnungsmodell entwickelt, mit dem Sie als Hausbesitzer die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen berechnen können und herausfinden, in welcher Zeit und mit welcher Rendite diese sich rechnen.

Hier können Sie berechnen, ob es sich lohnt, Ihr Flachdach zu dämmen

Eine neue Flachdachdämmung hilft nicht nur, Energie einzusparen, sie erhöht zudem den Wohnkomfort und trägt zur Wertsteigerung Ihrer Immobilie bei.

Welche Methoden gibt es für die Dämmung eines Flachdaches?

Flachdächer werden nach ihrem Aufbau und ihrer Nutzung unterschieden. Nach dem Aufbau unterscheidet man zwischen dem belüfteten Flachdach, auch Kaltdach genannt, und dem nicht belüfteten Flachdach, auch Warmdach genannt.

Neue Flachdächer werden heute kaum noch als Kaltdach umgesetzt und Experten raten von dieser Methode ab, da sie bauphysikalisch einige Schwierigkeiten mit sich bringt.

Eine spezielle Form der Warmdachdämmung, bei der die Reihenfolge der Dachschichten umgekehrt ist, bezeichnet man als Umkehrdämmung. Diese Methode wird vor allem bei Garagendächern angewendet.

Flachdächer von Wohnhäusern werden aktuell fast ausschließlich als Warmdach umgesetzt.

Dämmung: Das Flachdach als Warmdach

Die moderne Dämmung für das Flachdach kommt ohne kühlende Luftschicht aus, daher die Bezeichnung Warmdach. Bei diesem unbelüfteten Flachdach wird das Dämmmaterial zwischen Raumdecke und Dachabdichtung eingeschlossen.

Dabei ist absolute Dichtheit entscheidend. Der Grund: Wenn Wasser eindringt, kann es kaum entweichen und führt damit fast unweigerlich zu Schimmel. Außerdem kann die Dämmung durch Feuchtigkeit Schaden nehmen.

Flachdach dämmen von außen oder innen?

Bei der Auswahl der richtigen Dämmung für Ihr Flachdach kommt es darauf an, ob das Dach genutzt werden soll oder nicht. Ob das Flachdach beispielsweise begehbar sein soll, eine Dachbegrünung geplant ist oder eine Solaranlage aufgestellt werden soll.

In den meisten Fällen, und wenn das Dach genutzt werden soll, entscheidet man sich für eine Innendämmung, die durchgeführt wird, wenn die äußere Dachhaut noch intakt ist. Bei einem Warmdach werden auf die Unterkonstruktion direkt Dämmung und Dampfsperre verlegt.

Eine nachträgliche Außendämmung bietet sich an, wenn das Flachdach komplett saniert werden soll oder keine spezielle Nutzung geplant ist. Das Aufbringen der Dämmung auf das Flachdach kann als Umkehrdach erfolgen, wobei auf das alte Dach dann eine neue Abdichtung kommt, sowie eine neue Schicht mit Dämmplatten. Die so entstandene dichte Fläche wird im letzten Schritt mit einer Kiesschüttung abgedeckt.

Beim nachträglichen Aufbau einer Dämmung auf einem bestehenden gedämmten Flachdach spricht man von einem Plusdach.

Dämmung auf dem Flachdach stellt hohe Ansprüche an den Dämmstoff

Wenn Ihr Flachdach begehbar sein soll, muss die Dämmung gewissen Anforderungen gerecht werden. Schließlich soll sie nicht nur vor Schall schützen und für ein angenehmes Wohnklima sorgen, sondern auch Belastungen durch Sturm, Schnee und Regen standhalten.

Eine intensive Nutzung stellt besonders hohe Anforderungen an das Material der Dämmstoffe. Wichtig sind unter anderem folgende Kriterien:

  • Wärmeleitfähigkeit
  • Baustoffklasse (Brandverhalten)
  • Druckfestigkeit
  • Gewicht der Dämmung
  • Verarbeitung
  • Umwelteigenschaften

Flachdach: Dämmung mit welchem Dämmstoff?

Mit welchem Material Sie Ihr Flachdach dämmen, hängt von der Dachkonstruktion und der späteren Nutzung ab.

Für ein Warmdach werden vor allem Dämmplatten aus Kunststoff, zum Beispiel Polystyrol XPS, Polystyrol PS oder Schaumglas verwendet.

Beim Umkehrdach kommen wasserabweisende Dämmstoffe zum Einsatz. Das ist notwendig, da die Dämmschicht im „nassen Bereich“ liegt. Zur Wahl stehen deshalb insbesondere druckfeste Dämmplatten aus XPS oder PUR.

Flachdach dämmen mit Polyurethan-Hartschaum

Dämmplatten aus PUR-Hartschaum haben sich wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaften für die Flachdachdämmung bewährt. Die Dämmplatten aus Polyurethan besitzen ein besonders gutes Wärmedämmvermögen aus und gute Brandschutzeigenschaften.

Für die Verwendung von PUR-Dämmplatten spricht außerdem ihre hohe Temperaturbeständigkeit und gute Druckfestigkeit. Noch dazu ist der Dämmstoff wasserabweisend und wenig anfällig gegen Schimmel. Aufgrund ihrer hohen Formstabilität sind Platten aus PUR jedoch nicht zur Hohlraumdämmung geeignet.

Flachdachdämmung mit Mineralwolle

Mineralwolle (oder Steinwolle) ist ein Dämmstoff, der vor allem in Form von Dämmstoffmatten verarbeitet wird und aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird. Aufgrund der guten Brandschutzeigenschaften ist Mineralwolle eine natürliche Alternative zur Dachdämmung mit EPS. Mineralwolle hat gute Dämmeigenschaften und bietet durch die hohe Dichte des Materials als Dachdämmung auch im Sommer einen Hitzeschutz. Allerdings ist bei der Dämmung mit Mineralwolle unbedingt ein zusätzlicher Schutz vor Feuchtigkeit notwendig, da das Material wenn es feucht wird seine Dämmwirkung verliert.

Flachdachdämmung mit EPS

Dämmstoffplatten aus EPS (allgemein als Styropor bekannt) gehören zu den kostengünstigsten Möglichkeiten der Flachdachdämmung. Ihr Einsatz hat einige Vorteile und Nachteile, die gut gegeneinander abgewogen werden sollten. Die Styroporplatten haben gute Wärmedämmeigenschaften und sind einfach zu verarbeiten. Da sie mit Brandschutzmitteln behandelt werden, gelten sie als schwer entflammbar. Geraten sie dennoch in Brand, breiten die Flammen sich jedoch schnell aus, sind schwer zu löschen und setzen giftige Gase frei. Noch dazu sind die Styroporplatten nicht UV-beständig und dadurch nicht so lange haltbar wie andere Dämmstoffe.

Flachdachdämmung mit XPS

Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol (XPS oder Styrodur) haben den gleichen Grundstoff wie EPS, werden aber anders hergestellt, wodurch die Platten härter und dichter sind. Styrodur nimmt im Gegensatz zu Styropor kein Wasser auf, weshalb der Dämmstoff hauptsächlich für Umkehrdächer verwendet wird. Hierbei liegt die Wärmedämmung oberhalb der Dachabdichtung. Platten aus XPS sind besonders druckfest und schwer entflammbar.

Flachdach dämmen mit Schaumglas

Schaumglas ist ein aus Glas aufgeschäumter Dämmstoff, der höchste Lasten aufnehmen kann und sich dadurch besonders für die Dämmung von genutzten Flachdächern eignet. Das besondere an Schaumglas ist, dass es nicht brennbar ist, da es aus reinem Glas besteht. Die Dämmeigenschaften von Schaumglasplatten sind etwas geringer als die von Hartschaum-Dämmstoffen, dafür überzeugen die guten Umwelteigenschaften. Es ist frei von umweltschädigenden Flammschutzmitteln und kann nach jahrzehntelangem Einsatz als Granulat zur Umnutzung sinnvoll recyceln.

 

 

Die Auswahl der geeigneten Dampfsperre

Flachdächer müssen von außen und innen gut vor Feuchtigkeit geschützt werden. Eine Dampfsperre schützt den Dämmstoff gegen das das Eindringen von Feuchtigkeit aus dem Innenraum. Sie ist als Kunststofffolie, Aluminiumfolie oder Bitumenfolie erhältlich.

Bei der Auswahl der richtigen Dampfsperre ist der Sperrwert (sd-Wert) des Materials entscheidend. Dieser Wert gibt den Widerstand an, den ein Material der Verdunstung von Wasser entgegensetzt. Dampfbremsen mit hohem sd-Wert lassen demnach weniger Wasserdampf durch ein Bauteil als solche mit niedrigem sd-Wert.

Entscheidend ist außerdem die Art der Unterkonstruktion und der Anschlussbereiche (z.B. Fensteranschlüsse). So eignen sich kaltselbstklebende Bahnen für Holzunterkonstruktionen, bei denen das Aufschweißen nicht möglich ist, weil sonst Schäden an feuergefährdeten Bauteilen entstehen könnten.

Flachdach mit Gefälledämmung sorgt für optimale Entwässerung

Früher war stehendes Wasser eines der größten Probleme von Flachdächern, doch dank moderner Gefälledämmung gehört das zum Glück der Vergangenheit an. Für diese Dämmung auf dem Flachdach kommen spezielle abgeschrägte Dämmelemente zu Einsatz, die auf der ersten Lage von Dämmplatten verlegt werden. Sie sorgen für das Gefälle, das benötigt wird, damit das Regenwasser den Abflüssen zugeführt wird.

Flachdachdämmung nach EnEV

Planen Sie eine neue Dämmung für Ihr Flachdach, müssen Sie sich in jedem Fall an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) halten. Sie regelt die Anforderungen an die dämmtechnischen Qualitäten der Außenhülle von Gebäuden.

Die EnEV macht klare Vorgaben über den einzuhaltenden Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert). Für das Flachdach ist bei Wohngebäuden ein maximal zulässiger U-Wert von 0,20 W/m²K mit einer Innentemperatur von mind. 19°C einzuhalten.

Neue Dämmung für Ihr Flachdach: Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Die Kosten für eine Flachdachdämmung setzen sich aus den Material- und Arbeitskosten zusammen und sind einerseits abhängig von der Dämmethode, andererseits von der Art und Dicke des gewählten Dämmstoffs. Die Preise für Dämmstoffe variieren je nach Wärmedämmklasse, Dämmstärke und zusätzlichen weiteren Eigenschaften.

Ein als Warmdach ausgeführtes Flachdach kostet beispielsweise zwischen 160 und 200 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Arbeitskosten. Bei einer Flachdachsanierung kostet das Warmdach zwischen 220 bis 250 Euro pro Quadratmeter, weil das alte Dach zusätzlich entsorgt werden muss.

Flachdachdämmung mit Förderung von der KfW

Für die neue Dämmung Ihres Flachdaches können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau zinsgünstige Kredite oder Investitionszuschüsse für die Sanierungsmaßnahmen beantragen.

Dafür schreibt die KfW vor, dass die Dachsanierung von einem sachverständigen Energieeffizienz-Experten des Bundes geplant wird, der auch die Antragsunterlagen für Kredit und Zuschuss ausstellt.

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Flachdachdämmung gefördert wird? Unsere Finanzierungspartner beraten Sie gern individuell zu Ihren Möglichkeiten.

Warum ein Meisterbetrieb für die Durchführung der Flachdachdämmung sinnvoll ist

Da eine neue Dämmung für ein Flachdach keine einfache Aufgabe ist und sehr strenge Auflagen erfüllt werden müssen, sollten Sie sich als Hausbesitzer gut überlegen, ob Sie die Maßnahme selbst durchführen möchten.

Für einen erfahrenen Dachdeckermeister gehört die Flachdachdämmung zu seinen täglichen Aufgaben und er ist mit allen damit verbundenen Anforderungen vertraut. So können Sie nicht nur sicher sein, dass die Arbeit schnell und fachgerecht erledigt wird, sondern erhalten auch eine Gewährleistung, die Sie bei eventuellen Mängeln geltend machen können.

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