Dämmstoffe: Welches ist das richtige Material für Ihre Dachdämmung?

Ob ökologisch, besonders günstig oder lange haltbar – der Markt bietet eine große Auswahl an Dämmstoffen für das Dach. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Materialien für die Dachdämmung vor.

Infografik Funktionen der Dachdämmung

Bei einer Dachdämmung reduziert das richtige Material nicht nur den Wärme- und Energieverlust des Hauses. Vielmehr trägt es zu einem angenehmen Wohnklima bei und schützt vor sommerlicher Hitze. Daneben übernimmt der Dämmstoff bestenfalls eine wichtige Brandschutzfunktion.1, 2

Wir stellen Ihnen die wichtigsten Dämmstoffe, deren Eigenschaften sowie Hersteller vor. Außerdem erklären wir Ihnen, welches das richtige Material zur Dachdämmung für die verschiedenen Dämmverfahren ist. Denn nicht jeder Dämmstoff eignet sich für alle Methoden der Dachdämmung.

Welche Dämmung für das Dach: Diese Dämmstoffe stehen für die Dachdämmung zur Auswahl

Der Markt bietet eine große Auswahl an Material für die Dachdämmung. Experten trennen zwischen organischen und anorganischen Dämmstoffen. Welche Dämmung für Ihr Dach die richtige ist, hängt vom Dämmverfahren aber auch von den Kosten und ökologischen Überlegungen ab.

Die meisten Bauherren wählen anorganische Dämmstoffe wie Mineralwolle. Das Material zur Dachdämmung ist einerseits recht günstig und andererseits sehr leicht zu verlegen. Die Platten oder Rollen eignen sich außerdem für alle Dämmverfahren.6

Bei den organischen Dämmstoffen ist zwischen Dämmmaterial auf Erdölbasis und nachwachsenden Fasern zu unterscheiden. Erstere Variante, zum Beispiel Styropor, ist sehr günstig und bietet gute Eigenschaften als Dachdämmung. Die Ökobilanz von Dämmungen auf Erdölbasis kann allerdings kaum überzeugen. Experten raten außerdem vom Einsatz von Styropor bei der Untersparrendämmung ab.7

Demgegenüber steht sehr nachhaltiges Material zur Dachdämmung aus nachwachsenden Rohstoffen. Hanf zum Beispiel weist eine sehr gute Ökobilanz sowie hervorragende Eigenschaften als Dämmstoff vor. Der Preis ist allerdings etwas höher als beim Pendant aus Erdöl.8

Mineralwolle: das richtige Material zur Dachdämmung für preisbewusste Bauherren

Mineralwolle gibt es in zwei Varianten: Steinwolle oder Glaswolle. Beide Materialien zur Dachdämmung bieten sehr ähnliche Eigenschaften. So sind Steinwolle und Glaswolle sehr haltbarund brandresistent. Die Oberfläche beider Dämmstoffe verhindert Erwärmung wie auch Abkühlunggleichermaßen. Außerdem ist Mineralwolle relativ günstig. Die genauen Kosten der Dachdämmung pro Quadratmeter hängen von der Stärke des Dämmstoffs ab.9

Doch es bestehen auch Unterschiede zwischen Glas- und Steinwolle. Glaswolle, die aus recyceltem Glas oder Glasrohstoff hergestellt wird, ist weniger dicht und druckbeständig. Dafür ist der Dämmstoff besser zu transportieren als Steinwolle, die aus Basalt- oder Diabas-Gestein gewonnen wird.10

Der Handel verkauft Mineralwolle in Form von Bahnen, Platten oder Stopfwolle, wodurch die Verarbeitung relativ einfachist. Allerdings sollten Sie bzw. der Handwerker geschlossene Arbeitskleidung und Handschuhe tragen, denn die Fasern können bei Kontakt mit Augen, Haut oder Atemwege reizen. Nach der Verlegung der Stein- oder Glaswolle sollten Sie die Räume lüften.11

Styropor (EPS): der günstige Dämmstoff-Klassiker

Styropor, das auch EPS (expandierter Polystyrolschaum) genannt wird, ist ein synthetischer Dämmstoff auf Erdölbasis. Wie auch Mineralwolle zählt das Material zu den meistgenutzten Dämmungen. Dies liegt an den zahlreichen Vorteilen von EPS. So eignet sich der Dämmstoff für alle Dämmverfahren bis auf die Untersparrendämmung und bietet sehr gute Dämmwerte. Außerdem verrottet das Dämmmaterial nicht und ist beständig gegenüber Feuchtigkeit. Die Kosten für die Dachdämmung aus Styropor sind pro Quadratmeter außerdem geringer als für das verwandte Polyurethan.12, 13

Weniger überzeugend ist der Dämmstoff mit Blick auf den Brandschutz. Styropor ist entzündlich und verursacht im Brandfall giftige Dämpfe. Zu den Nachteilen des Materials für die Dachdämmung zählen außerdem eine schlechte Energiebilanz und die fehlende Diffusionsfähigkeit. Durch sie kann es zu Schimmelbildung kommen.14

Polyurethan (PUR): synthetischer Dämmstoff mit hervorragendem Dämmwert

Polyurethan (PUR) hat einen großen Vorteil. Das Material eignet sich für alle genannten Verfahren der Dachdämmung gleichermaßen. Außerdem ist es resistent gegenüber Witterung sowie Wasser und besitzt hervorragende Dämmeigenschaften. Der Hartschaum dämmt um bis zu 67 Prozent besser als herkömmliche Dämmstoffe wie Stein- oder Mineralwolle. Grund dafür ist sein Vernetzungsgrad, der PUR-Dämmung mehr Stabilität und eine besondere thermische Beständigkeit verleiht.15

Doch Polyurethan ist brennbar und kann sogar brandfördernd wirken. Auch kann es dann zu giftigen Emissionen kommen. Ein großer Nachteil ist ferner die schlechte Ökobilanz, denn auch die Produktion von Polyurethan verschlingt viel Energie. Außerdem wird der Dämmstoff aus dem nicht erneuerbaren Grundstoff Erdöl hergestellt.16

Resol-Hartschaum: der Dämmstoff mit der besten Dämmwirkung

Auf dem neuesten Stand der Technik und damit besonders empfehlenswert ist Resol-Hartschaum. Der Dämmstoff, der ganz einfach in Platten verlegt wird, ist sehr dünn und trotzdem effizient. So erzielt er beste Dämmergebnisse, welche die Vorgaben der EnEV leicht erfüllen. Außerdem kann der Dämmstoff somit sehr schmal verbaut werden, wodurch sich mit Resol-Hartschaum besonders schlanke Dachaufbauten realisieren lassen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Materialien ist Resol-Hartschaum außerdem sehr diffusionsfähig und beugt dadurch Schimmelbildung vor.

Genutzt wird der Hochleistungsdämmstoff zum Beispiel bei „Clima Comfort“ von Braas. Das Produkt lässt sich besonders leicht verlegen und spart damit Arbeitskosten. Die höheren Kosten pro Quadratmeter für die Dachdämmung – zum Beispiel im Vergleich zu Styropor oder Polyurethan – werden so bereits ein Stück weit ausgeglichen.18

Hanf: natürlicher Dämmstoff mit tollen Eigenschaften

Wem Ökologie beim Bauen wichtig ist, der entscheidet sich eher für einen der natürlichen Dämmstoffe. Allen voran kann Hanf mit den synthetischen Materialien für die Dachdämmung mithalten und in einigen Punkten sogar mehr überzeugen. So ist der nachwachsende Rohstoff gesundheitlich unbedenklich und eignet sich damit besonders gut für Allergiker. Der getrocknete Hanf sorgt außerdem für einen idealen Feuchtigkeitsausleich und vermeidet damit Staub und Schimmelbildung. Daneben ist Hanf wenig anfällig für Schädlinge und Verrottung.19, 20

Die Dämmleistung von Hanf ist allerdings leicht geringer als die von herkömmlichen Materialien zur Dachdämmung. Deshalb müssen die Platten etwas dicker verlegt werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass die natürliche Faser entzündlich ist. Aus dem Grund wird dem Dämmstoff aus Hanf Borsalz hinzugefügt. Das macht ihn zwar weniger entflammbar, allerdings trübt das die Ökobilanz leicht. Mit Blick auf die Kosten pro Quadratmeter liegt die Hanf-Dämmung in einer ähnlichen Preiskategorie wie Steinwolle.21, 22

Schafwolle: federleichtes Material zur umweltbewussten Dachdämmung

Seit etwa 20 Jahren kommt immer häufiger Schafwolle als Material zur Dachdämmung zum Einsatz. Gerade umweltbewusste Bauherren wählen den Dämmstoff, der nicht nur bei der Wärmedämmung, sondern auch bei der Schallisolierung überzeugt. Das einzige Dämmmaterial aus tierischen Fasern lässt sich außerdem sehr einfach verarbeiten und trägt zur Reinigung der Luft bei. Außerdem kann Schafwolle sehr viel Feuchtigkeit absorbieren, ohne die Dämmwirkung zu verlieren.23, 24

Wie bei Hanf liegt ein Nachteil von Schafwolle in der Brandgefahr. Um einen besseren Feuerschutz zu gewähren, wird deshalb auch bei Schafwolle Borsalz zugegeben. Trotzdem schafft es das Material zur Dachdämmung nicht über Baustoffklasse B2 hinaus, die von „normaler Entflammbarkeit“ zeugt. Das Borsalz hat jedoch einen weiteren positiven Effekt. Es verhindert, dass die Schafwolle trotz ihres hohen Eiweißanteils Ungeziefer anlockt. Die Kosten pro Quadratmeter liegen bei der Dachdämmung aus Schafwolle leicht über der aus Hanf.25, 26

Hersteller von Dämmstoffen

Ebenso vielfältig wie die Auswahl an Dämmstoffen ist die Auswahl an Herstellern. Drei von Ihnen möchten wir Ihnen vorstellen.

Braas: Hochleistungsisolierungen für die Aufsparrendämmung

Braas ist der führende Hersteller für komplette Dachsysteme in Deutschland. Neben Hochleistungsdämmungen für die Aufsparrendämmung umfassen diese auch Dachsteine und Dachziegel, Solarsysteme und Dachsystemteile.27

Durch den Systemgedanken seiner Produkte erreicht Braas besonders hohe Qualitätsstandards. Diese pflegt das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht zuletzt durch die Produktion in Deutschland und hohe Investitionen in eigene Forschung und Entwicklung. Kunden profitieren außerdem vom weitreichenden Service-Angebot des hessischen Herstellers.28, 29

Isover: Mineralwolle und Hartschaum für die Zwischensparrendämmung

Bauherren kennen Isover insbesondere als Hersteller von Mineralwolle. Daneben führt das Unternehmen aber auch Dämmstoffe aus Hartschaum. Beide Dämmlösungen eignen sich perfekt für die Zwischensparrendämmung. Das Unternehmen, das zur französischen Gruppe Saint-Gobain gehört, bietet seine Dämmstoffe als Klemmfilze und als Dämmplatten an.30, 31

Steico: natürliche Dämmstoff aus Hanf und Holzwerkstoffe

Das Unternehmen Steico ist vor allem für seine natürlichen Dämmstoffe bekannt – darunter auch Hanf. Die Produkte aus Hanf eignen sich nach eigenen Angaben für alle Dämmverfahren– im Gegensatz zu den Produkten anderer Herstellern also auch für die Untersparrendämmung. Erhältlich sind sie als Stopfwolle oder Dämmplatten.32

Neben Dämmstoffen bietet das Unternehmen auch Trägersysteme und Holzwerkstoffe an. Letztere eignen sich laut Steico insbesondere für nahezu jeden Anwendungsbereich im Holz- und Massivbau.33

Das müssen Sie bei der Dachdämmung beachten

Damit die Dachdämmung erfolgreich verläuft, kommt es neben den richtigen Dämmstoffen auch auf andere Faktoren an. Hier eine Liste mit den wichtigsten Kriterien für erfolgreiche Dachprojekte:

  • Professionelle Handwerker: Lassen Sie die Arbeiten vom erfahrenen und kompetenten Dachdecker oder Zimmerer verrichten.
  • Förderung rechtzeitig beantragen: Die Bundesregierung fördert energetische Sanierungsmaßnahmen finanziell und mit günstigen Krediten. Voraussetzung dafür sind rechtzeitige Anträge und die Einbeziehung eines Energieeffizienz-Experten.34
  • Das richtige Dämmverfahren: Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Dachdämmung – nicht alle führen zum gewünschten Ergebnis. Problematisch wird dies insbesondere, wenn die Vorgaben der EnEV nicht erfüllt werden. Deshalb empfiehlt sich die Aufsparrendämmung.35

Die richtige Dämmung für Ihr Dach finden – mit den MeinDach-Partnerbetrieben

Mit MeinDach haben Sie einen Partner, der Sie in diesen relevanten Punkten unterstützt. Wir stellen Ihnen einen persönlichen Ansprechpartner, der Sie während des gesamten Projekts begleitet. Außerdem stellen wir den Kontakt zu einem professionellen Dachdecker oder Zimmermann her, der Sie dazu berät, welche Dämmung und welcher Dämmstoff für Ihr Dach am besten passen. Sichern Sie sich jetzt Ihr unverbindliches Angebot von MeinDach.