Dachentwässerungssysteme: Von der Regenrinne bis zum Regenfallrohr

Als Teil des Dachentwässerungssysteme sind Komponenten wie Regenrinne oder Fallrohre unverzichtbar, um Wasser schnell und gezielt vom Dach abzuleiten.

 

 

Illutsstraion von Dachrinnen, verschiedenen Größen und Anbaugeräten

 

Die zumeist gut sichtbar angebrachte halbrunde Regenrinne ist nur ein Teil der zahlreichen Komponenten eines Dachentwässerungssystems. Hochwertige Dachentwässerungs-Sortimente umfassen bis zu 600 Komponenten und erfüllen alle Anforderungen, die unterschiedliche Dachformen oder regionale Besonderheiten stellen. Denn nur optimal an das Dach angepasste sowie professionell geplante und montierte Dachentwässerungssysteme leiten Wasser optimal vom Dach ab und schützen die Dachkonstruktion und die Fassade zuverlässig vor Schäden durch Feuchtigkeit. 

 

 

Wie ist ein Dachentwässerungssystem aufgebaut?

 

Unabhängig von der Dachform und den regionalen Gegebenheiten, wie überdurchschnittlich starke Schnee- oder Regenfälle, bestehen Dachentwässerungssysteme aus den nachfolgenden Komponenten.

 

– Traufe als Dachkante, über die das Regenwasser vom Dach in die Regenrinne abgeleitet wird

– Kasten-, keilförmige oder halbrunde Regenrinnen führen das Wasser in Richtung Fallrohr.

– Fallrohr mit Ablauf nimmt das Wasser auf und leitet es ab.

– Fanggitter hält Schmutz wie Laub und andere Fremdkörper zurück.

– Befestigungsmaterial wie Rinnenhalter oder Sonderwinkel

 

Das Fanggitter ist entweder direkt im Zulauf zum Fallrohr angebracht oder hinter einer Serviceklappe im unteren Rohrbereich. Über die Serviceklappe reinigen Sie das Fallgitter schnell und unkompliziert. Der Aufstieg zur Dachrinne ist in diesem Fall nur zur jährlichen Reinigung der Regenrinne erforderlich. 

 

Dachentwässerungssysteme unterliegen Normen

Dachentwässerungssysteme sind nach der DIN-Norm geregelt. Was das heißt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 

Ein Dachentwässerungssystem gilt als technische Anlage zur Ableitung von Regenwasser vom Dach. Um eine Vereinheitlichung der Produkte und eine ordnungsgemäße Planung und Montage zu gewährleisten, unterliegen diese Systeme verschiedenen DIN-Normen. In diesen Normen sind alle Anforderungen, Dimensionen, Ausführungen sowie die Berechnungsgrundlagen geregelt.

 

DIN EN 12056-3 Dachentwässerung sowie deren Planung und Bemessung
DIN 1986-100 Abwasserleitungen müssen bei einem inneren und äußeren Überdruck bis 0,5 bar unter den zwischen ihnen und ihrer Umgebung möglichen Wechselwirkungen dauerhaft dicht sein
DIN EN 612 Definiert die Details zu Regenfallrohren aus Metall
DIN EN 1462 Enthält alle Anforderungen und Prüfpunkte für Rinnenhalter von Hängedachrinnen
DIN 1986-100 Mindestgefälle für die liegenden Leitungsbereiche von Hausentwässerungen 

 

Welche Varianten der Dachentwässerungssysteme gibt es?

 

Dachentwässerungssysteme passen sich an die Dachform an und leiten das Wasser möglichst optimal ab. Dadurch wird verhindert, dass Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion eindringt oder vom Dach fließendes Wasser die Fassade beschädigt und durchfeuchtet. 

 

Außenliegende Systeme

 

Außenliegende Dachentwässerungssysteme werden vor allem bei Steildächern eingesetzt. Das typische Merkmal sind die vorgehängten und dadurch gut sichtbaren Komponenten der Dachentwässerungsanlage. Eine zumeist halbrunde Regenrinne und weitere wasserableitende Elemente bilden die Basis dieses Systems. Abhängig vom Material der Dachrinne verwendet der Fachmann verschiedene Verbindungstechniken wie das Weichlötfahren oder er setzt spezielle Rinnenkleber ein. 

 

Innenliegende Systeme

 

Flachdächer weisen in der Regel innenliegende Entwässerungssysteme auf. Daher wird das Wasser nicht über eine halbrunde Regenrinne abgeleitet, sondern über mehrere in das Dach integrierte Gullys. Erfolgt die Entwässerung über die Freispiegelentwässerung, besitzt jeder Gully ein eigenes Fallrohr. Die einzelnen Fallrohre münden in die Grundleitung unter dem Gebäude. Bei der Druckentwässerung sind die einzelnen Gullys über Ablaufrohre miteinander verbunden. Diese führen zum gemeinsamen Fallrohr, dass das Wasser zur Grundleitung ableitet. Eine Notentwässerung ergänzt die Dachentwässerung.

 

Regenrinnen – Grundformen und Montagesysteme

 

Bei den außenliegenden Systemen ist die Regenrinne die Hauptkomponente, da Sie das vom Dach abfließende Wasser aufnimmt und weiterleitet. Durch unterschiedliche Formen und Montagesysteme passt sich die Dachentwässerung ideal an die Dachform und die Niederschlagsmengen an.

 

Grundformen von Regenrinnen

Halbrunde, kastenförmige oder keilförmige Dachrinnen – alles über die jeweiligen Vor- und Nachteile lesen Sie hier.

 

Bei Regenrinnen wird zwischen drei Grundformen unterschieden. Jede dieser Formen besitzt Vor- und Nachteile.

 

Halbrunde Regenrinnen zählen zu den gängigsten Produkten: Durch ihre Form leiten Sie Regenwasser zuverlässig ab und Schmutz kann sich in der Rundung nur schwer festsetzen.

Kastenförmige Regenrinnen sind wartungsintensiver, da sich in den Ecken Schmutz leichter festsetzen kann. Durch ihre eckige Form unterscheiden sie sich jedoch in der Optik deutlich von der halbrunden Regenrinne und passen hervorragend zu modernen Architekturen.

Keilförmige Rinnen, auch als Dänische Rinnen oder Saumrinnen bezeichnet, sind in Deutschland eher selten zu finden. Sie weisen eine dreieckige Form mit abgerundeter Unterseite auf.

 

Verschiedene Montagesysteme für Regenrinnen

 

Abhängig von der Form der Dachrinne gibt es noch besondere Konstruktionsmerkmale für unterschiedliche Montageformen.

 

– Hängerinnen sind unmittelbar vor der Traufe montiert.

– Ortgangrinnen liegen direkt am Dachrand.

– Aufliegende Rinnen werden auf der Dachfläche installiert.

– Innenliegende Rinnen sind in die Dachfläche integriert und Teil einer innenliegenden Dachentwässerung.

 

Wie groß muss der Querschnitt von Fallrohren und Dachrinnen sein?

 

Das Dachentwässerungssystem muss in jeder Situation das Wasser ausreichend schnell ableiten, sodass sich keine Staunässe auf dem Dach bildet. Allerdings gibt es regional oft große Unterschiede. So gibt es Regionen mit geringen oder eher gleichmäßigen Niederschlägen, während in anderen Bundesländern schwere Regenfälle mit großen Wassermengen normal sind. 

 

Für aussagekräftige Berechnungswerte wird die sogenannte Regenspende ermittelt. Sie bezeichnet die Regenmenge pro Sekunde innerhalb von fünf Minuten und bildet die Grundlage für den in der DIN 1986-Teil 100 hinterlegten Standardwert. Dieser Wert wird im Intervall von fünf Jahren aktualisiert So beträgt der aktuelle standardisierte Wert bei 0,040 Litern pro Sekunden und Quadratmeter. Die individuellen Werte für Ihre Region erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Behörde.

 

Für die Berechnung des korrekten Querschnitts der halbrunden Dachrinne und des Fallrohrs benötigen Sie folgende Ausgangswerte. Die Berechnungsformel finden Sie in der EN 12056-Teil 3.

 

Regenspende Dieser Wert definiert die Regenmenge innerhalb eines gewissen Zeitraums und ist regional unterschiedlich.
Dachgrundfläche Gesamtfläche des Daches, die entwässert werden soll.
Abflussbeiwert Der Abflussbeiwert definiert die zeitliche Verzögerung, die zwischen Regenspende und Verteilung des Regenwassers liegt.

 

Wichtig!

Die DIN 1986 berücksichtigt bei der Berechnung des Querschnitts trichterförmige Einläufe. Ist Ihr ausgewähltes Dachentwässerungssystem mit einem zylindrischen Abfluss ausgestattet, erhöht sich der Querschnitt des Fallrohrs um 30 Prozent.

 

Vertrauen Sie hier Ihrem Dachdecker-Meisterbetrieb. Die Experten besitzen Routine in der Querschnittsberechnung und ermitteln für Sie die erforderlichen Durchmesser des Fallrohres und der halbrunden Regenrinne. Vor allem bei Starkregen kann eine zu gering dimensionierte Dachentwässerung gravierend Folgen haben. 

 

 

Welches Material für die Dachentwässerung?

 

Dachentwässerungssysteme werden aus unterschiedlichsten Materialien angeboten. Wofür Sie sich entscheiden hängt vom verfügbaren oder geplanten Budget, dem Umfang der Eigenleistung sowie dem Anspruch an die Optik ab. 

 

Unverträglichkeiten von Materialien

 

Im Idealfall besteht eine Dachentwässerung durchgängig aus einem Material. Dies ist jedoch nicht bei allen Materialien realisierbar. Daher achten Sie auf die Materialkombination, um unerwünschte Reaktionen zwischen den Materialien zu vermeiden.

 

Material unverträglich mit
Aluminium Kupfer
Kupfer Aluminium, Titanzink, verzinktes Stahlblech
Titanzink Kupfer
verzinktes Stahlblech Kupfer

 

Halbrunde Dachrinnen und Fallrohre aus Kunststoff

 

Ein Entwässerungssystem aus Kunststoff weist ein geringes Gewicht auf. Durch Steckverbindungen ist es häufig einfach zu montieren.

 

Obwohl halbrunde Dachrinnen und Fallrohre aus Kunststoff sehr preisgünstig sind, besitzen sie gewisse Nachteile wie eine kürzere Nutzungsdauer als Entwässerungssysteme aus Metall. Denn im Verlauf der Jahre wird preisgünstiger Kunststoff durch das UV-Licht und die Witterungseinflüsse porös und bricht. Entscheiden Sie sich für dieses Material, investieren Sie auf jeden Fall in Produkte aus hochwertigem Kunststoff.

 

Regenrinnen aus Zink und Titanzink sind besonders robust und langlebig

 

Zu den robustesten und besonders langlebigen Materialien für halbrunde Dachrinnen und alle anderen Komponenten des Entwässerungssystems zählen Rohre aus Zink oder Titanzink. Im Verlauf der Zeit bildet das korrosionsbeständige Material eine Schutzschicht aus und ist sehr wartungsarm. Beide Materialien können mit speziellem Schutzlack lackiert werden.

 

Eine Dachentwässerung aus Zink oder Titanzink eignet sich jedoch nicht für die Montage durch unerfahrene Heimwerker. Die einzelnen Teile der halbrunden Regenrinne müssen durch Weichlöten miteinander dauerhaft verbunden werden. Dies sollte nur ein erfahrener Fachmann durchführen. Obwohl eine Dachentwässerung aus Zink oder Titanzink teurer als Kunststoff ist, profitieren Sie von Vorteilen wie einer längeren Nutzungsdauer. 

 

Einer der bedeutendsten deutschen Hersteller von Dachentwässerungssystemen aus Titanzink ist das renommierte Unternehmen Rheinzink.

 

Aluminium ist leicht und passt sich an

 

Besonders attraktiv wirken Dachentwässerungssysteme aus Aluminium. Die einzelnen Komponenten sind nicht nur besonders leicht, korrosionsbeständig und witterungsfest. Sie passen sich durch eine hochwertige Beschichtung farblich optimal an die Fassade Ihres Hauses an. 

 

Die Verbindung der einzelnen Abschnitte der halbrunden Regenrinne erfolgt zumeist durch den Einsatz von Nieten. Ein spezielles Silikon dichtet die Verbindungen dauerhaft ab. Wie die Dachentwässerung aus Zink oder Titanzink sollte auch die Entwässerungstechnik aus Aluminium nur vom Fachmann installiert werden.

 

Kupfer als optisches Highlight

Dachrinnen aus Kupfer

 

Eine Dachentwässerung aus Kupfer ist zwar teuer, verleiht einem Gebäude jedoch einen individuellen Charme. Eine lange Lebensdauer gehört genauso zu den positiven Eigenschaften, wie die attraktive grüne Patina, die sich im Verlauf der Zeit bildet. Diese entfernen Sie bei Bedarf mit speziellen Pflegemitteln.

 

Entscheiden Sie sich für Kupfer, beauftragen Sie für die Montage unbedingt einen Fachmann aus einem Dachdecker-Meisterbetrieb. Dieser verfügt über ausreichend erforderliche Erfahrung im Umgang mit dem Material.

 

Was ist bei der Montage der Dachentwässerung zu beachten? 

 

Im Prinzip ist kein Gefälle bei der Montage von Regenrinnen erforderlich. Allerdings bietet eine Neigung von 0,5 bis 2 Prozent vor allem bei ungewöhnlich starken Regenfällen zusätzlichen Schutz. Denn ohne Gefälle bleibt immer Restwasser in der halbrunden Regenrinne stehen. Orientiert sich der Querschnitt von halbrunder Regenrinne und Fallrohr exakt an der regionalen Vorgabe, kann es sein, dass in Ausnahmesituationen die Kapazität der Dachentwässerung nicht ausreicht und die Regenrinne überläuft. Mit einem überhöhten Innenrand der halbrunden Dachrinne von 8 bis 20 Millimetern reduzieren Sie allerdings dieses Risiko. Die DIN 612 legt bei den gängigen Nenngrößen sogar eine hintere Überhöhung von 11 Millimetern fest.

 

Bei langen halbrunden Regenrinnen aus Metall sind Dehnungsvorrichtungen im Bereich der Verbindungsstellen erforderlich. Dies kann eine ausreichend große Rinnenüberlappung sein. Oder Sie arbeiten mit Dilatationsblechen oder Zwischenstücken. 

 

Praktisches Zubehör für die Dachentwässerung

Dachrinne

 

Um die Risiken teurer Reparaturen zu minimieren oder die Leistungsfähigkeit Ihrer Dachentwässerung zu optimieren, gibt es praktisches Zubehör. 

 

– Laubschutzgitter verhindern Verstopfungen und sind als Schutz für den Zufluss ins Fallrohr genauso verfügbar wie für die gesamte Länge der halbrunden Regenrinne.

– Schneefangsysteme verhindern die Überlastung und Beschädigung des Entwässerungssystems durch große abrutschende Schneemengen.

– Dachrinnenheizungen verhindern die Bildung von starken Vereisungen und ermöglichen zuverlässig den Abfluss von Schmelzwasser.

 

Dachentwässerungssysteme vom Spezialisten installieren lassen

Dachdecker-Meisterbetriebe sind Partner von MeinDach.

 

Spezialisten wie zertifizierte Dachdecker-Meisterbetriebe sind Ihr zuverlässiger Partner rund um Ihr Dach und die dafür erforderlichen Entwässerungssysteme. Mit MeinDach finden Sie schnell und unkompliziert einen zertifizierten deutschen Fachbetrieb, der für Sie diese Arbeiten in hoher Qualität durchführt. Wir arbeiten bundesweit mit über 2.000 deutschen Partnerbetrieben zusammen und unterstützen Sie bei der Such nach einem Dachdecker-Meisterbetrieb in Ihrer Nähe.