ein Dachdecker, der Dachziegel ersetzt

Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten und Garantie auf Dachprodukte

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Gewährleistungen und Garantien bei der Dachsanierung: Alles, was Sie wissen müssen

 

Die Dachsanierung oder der Dachneubau eines Dach ist immer eine erhebliche Investition. Diese Projekte kosten leicht Zehntausende von Euros. Da sollten Sie erwarten können, dass das Dach nach Abschluss der Arbeiten viele Jahre lang hält. Dennoch kommt es vor, dass frühzeitig Schäden entstehen und dagegen sollten Sie sich absichern. Nur ein einziger durchgebrochener Ziegel kann massiven Schaden anrichten. Sofern unter dem Ziegel eine faserige Wärmedämmung verbaut wurde, saugt diese sich unweigerlich mit eindringendem Regen- oder Schmelzwasser voll. Dann entsteht auf der Seite der Innenwand sofort ein Taupunkt, an dem Schimmel angreifen kann. Die stehende Feuchtigkeit in der Wärmedämmung greift auch die Trockenbauwände und sogar das Gebälk an. Unbemerkt, beispielsweise bei einem Ferienhaus, kann sich so ein kleiner Schaden schnell in einen massiven Investitionsbedarf auswachsen. Wichtig ist es daher für Sie, im Schadensfall auf eine vertraglich vereinbarte Garantie auf Dachprodukte sowie eine Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten zurückgreifen zu können. Hier gilt es jedoch, die Rechtslage genau zu kennen und auf das Kleingedruckte zu achten.

 

Garantie auf Dachprodukte: Was der Dachdecker gewährleisten muss

 

Dachziegel auf einem neuen Dach

 

Wenn es um die Arbeiten des Dachdeckers geht, spricht man nicht von Garantie, sondern von Gewährleistung, also die Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten. Ein qualifizierter Dachdecker garantiert stets eine fachlich korrekte Ausführung aller Arbeiten. Wenn Sie den Eindruck haben, die Ausführung der Arbeiten waren eher laienhaft, können Sie sofort auf einer Nachbesserung bestehen. Aber nur wenn Sie wirklich berechtigte Zweifel haben, lassen Sie einen Gutachter oder Sachverständigen die Arbeit begutachten. Seien Sie auch aufmerksam während der Bauarbeiten. Ein Baufehler ist während der Bearbeitung immer leichter zu beheben als wenn die Arbeit bereits abgeschlossen ist.

 

Nach Fertigstellung und Abnahme der Arbeiten am Dach beginnen die Fristen für die Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten. Hierbei hängt es stark davon ab, wie weit die durchgeführten Arbeiten Einfluss auf die Substanz des Gebäudes genommen haben. 

Bei minderschweren Eingriffen gilt eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. Bei Baumaßnahmen mit signifikanter Auswirkung auf die Bausubstanz muss eine Gewährleistung von fünf Jahren durch den Dachdeckerbetrieb erfüllt werden. 

Minderschwere Eingriffe sind Arbeiten, die keine Auswirkung auf die weitere Bausubstanz haben. Bei Dacharbeiten kann ein Reinigen und neu Beschichten der Dacheindeckung unter diese verkürzte Gewährleistungsfrist fallen. 

Das Eindecken eines Daches mit neuen Dachmaterialien, die Dachsanierung also, ist jedoch ein signifikanter Eingriff in die Bausubstanz. Wie beschrieben, begünstigt schon eine kleine Schadstelle einen massiven Bauschaden. Bei diesen Arbeiten ist der Dachdecker über vier Jahre gesetzlich verpflichtet, für alle aufkommenden Schäden zu haften und diese zu beheben. 

 

 

Garantie auf Dachprodukte: Garantien der Hersteller

 

Rechtlich definiert ist lediglich der Begriff der „Gewährleistung“. Eine „Garantie“ ist zwar umgangssprachlich weit verbreitet. Er findet im Rechtsrahmen aber nur eine bedingte Anwendung. Laut Gesetzgeber ist eine „Garantie“ nur ein Versprechen, welches die Lebensdauer eines Produktes betrifft. Wenn es also um die Produkte auf Ihrem Dach geht, sprechen wir von der Garantie auf Dachprodukte. Hier geben sich die Hersteller von Dachmaterialien stets sehr großzügig. Viele Versprechen von eine Haltbarkeit über 10, 20 oder 40 Jahre klingen recht vollmundig.

Bei dem heute verfügbaren Qualitätsstandard sind diese Versprechen jedoch durchaus gerechtfertigt. Wichtig ist deshalb, stets Dachpfannen, Dachsteine oder Trapezbleche von einem Markenhersteller zu beziehen und nicht auf „Schnäppchenjagd“ zu gehen.

Bei Dachdeckerleistungen werden der Einkauf und der Antransport der Materialien normalerweise vom beauftragten Unternehmen durchgeführt. Wenn Sie selbst organisiertes Material verbauen lassen möchten, ist das im Punkt Garantie auf Dachprodukte immer sehr schwierig. Der Dachdecker kann die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten nicht verweigern, gleichgültig welches Material er verarbeitet hat. Deshalb kann es passieren, dass der Dachdecker die Verarbeitung von Fremdmaterial ungern übernimmt. Sprechen Sie hier einfach mit Ihrem Dachdecker ab, welches das beste Material für Ihre Dachsanierung ist.  

Umgekehrt sollten Sie ihrerseits darauf achten, dass der Dachdecker nur Markenqualität auf Ihrem Dach verbaut. Denn wenn verbaute Billig-Materialien ohne lange Garantiezeiten Ermüdungserscheinungen zeigen, haben Sie nach Ablauf der Gewährleistungsfrist das Nachsehen.

Legen Sie daher das vom Dachdecker zu verbauende Material im Dachdeckerangebot fest. Hersteller und Typ aller verarbeiteten Produkte müssen im Vertrag bzw. In der Auftragsbestätigung stehen. So sind Sie, was Garantien der Hersteller angeht, auf der sicheren Seite. Im Fall eines Materialfehlers sind die Herstellerfirmen grundsätzlich sehr entgegenkommend und stellen kostenlosen Ersatz bereit. Diese Leistung gilt jedoch in der Regel nur „ab Werk“. Das bedeutet: Für Lieferung und Einbau müssen Sie bzw. das Dachdeckerunternehmen aufkommen.

 

Risiko Insolvenz

 

Ein Hausbesitzer unterzeichnet einen Vertrag mit einer Dachdeckerfirma

 

Bei den Herstellern von Baumaterialien besteht ein vergleichsweise geringes Risiko einer Insolvenz. Im schlimmsten Fall wäre das für Sie als Verbraucher auch nicht so übermäßig dramatisch: Sie haben sich vor dem Einbau von der Qualität des Materials überzeugt, die versprochene Garantiezeit wird es in der Regel schon überstehen.

Anders sieht es aus, wenn das Dachdeckerunternehmen Insolvenz anmelden sollte. In diesem Fall haben Sie als Kunde im Gewährleistungsfall leider das Nachsehen: Wenn kein Unternehmen mehr da ist, das Sie haftbar machen können, dann müssen Sie die Behebung eines eventuellen Schadens selbst tragen.

Eine Insolvenz eines Dachdeckerunternehmens ist aber vor allem während der Bauphase besonders kritisch. Wenn ein geöffnetes Dach nicht wieder verschlossen wird, drohen die benannten Bauschäden. Für diesen Fall gibt es aber Lösungen: Mit einer Bankbürgschaft oder einer so genannten „Baugarantieversicherung“ sichern Sie das Fertigstellen einer Baumaßnahme ab. Im Fall der Insolvenz des Bauunternehmens bezahlt die Versicherung dann ein anderes Unternehmen, welche die Arbeiten auf Ihrem Dach fertig stellen. 

Billig ist so eine Versicherung indes nicht: Eine Bankbürgschaft kann bis zu drei Prozent, die Baugarantieversicherung immerhin noch 1,5 Prozent der Darlehenssumme kosten. Setzen Sie also deshalb lieber von Anfang an auf das richtige Unternehmen und sichern Sie sich im Falle eines bestehenden Zweifels im Vorfeld ab: Das Risiko einer Insolvenz während der Baumaßnahme können Sie durch das Einholen einer Wirtschaftsauskunft mindern.

Sollte bei allem guten Eindruck hier eine Warnmeldung über eine drohende Insolvenz auftauchen, sollten Sie ein anderes, solventeres Unternehmen beauftragen. Dann ist das Risiko einer ausfallenden Haftung wesentlich geringer.

 

 Insolvenz während Gewährleistungszeit

 

Bei einer Insolvenz des Dachdeckerunternehmens während der Gewährleistungszeit haben Sie im Schadensfall nur wenige Möglichkeiten, die Behebung des Schadens durchzusetzen. Selbst wenn der Firmeninhaber ein neues Unternehmen eröffnet, ist dieses nicht mehr zur Behebung der Schäden des vorangegangenen Unternehmens verpflichtet. Sie können über ein persönliches Gespräch und auf dem Kulanzweg versuchen, dass der Unternehmer den Altschaden repariert. Hilfreich kann in diesem Zusammenhang ein kleiner Deal sein: Angenommen, Sie haben einen Schaden am Dach, der unter die Gewährleistung des inzwischen insolventen Unternehmens fallen würde. Dann können Sie beispielsweise die Auffrischung des Garagendachs vereinbaren und gleichzeitig den Schaden reparieren lassen. Auf solche Deals lassen sich diese Unternehmen in der Regel gerne ein. 

Es gibt durchaus Versicherungen, die auch Schäden regulieren, die während der Gewährleistung auftreten. Jedoch sind diese bislang nur für industrielle Kunden verfügbar und entsprechend teuer.

 

 Lohnen sich Garantieversicherungen?

 

Wie gesagt, bestehen für Privatpersonen gegenwärtig nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sich die korrekte Ausführung seiner Dachsanierung absichern zu lassen. Ein Grund dafür ist, dass auch für Industriebetriebe eine solche Absicherung recht teuer ist. Bei einem gewerblich genutzten Gebäude ist die Versicherungsprämie auch steuerlich absetzbar. Bei Privatleuten trifft das nur im kleinen Umfang zu. Diese Garantieversicherungen, sofern sie für Privatpersonen überhaupt verfügbar sind, haben deshalb nur ein eingeschränktes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

 

 

 Vorsicht: Inbetriebnahme gleich Abnahme

 

Auch wenn die neuen Mieter drängen, ihre Dachwohnung endlich beziehen zu dürfen, machen Sie jetzt keinen Fehler. Wenn das Dach in seiner Funktion einer Nutzung zugeführt wird, gilt Ihr Verhalten als stillschweigende Abnahme der durchgeführten Arbeiten. Auf die Gewährleistung hat das zwar keinen Einfluss. Sie können aber mit einem abgenommenen Dach keine Restzahlung mehr verweigern. Es ist zwar jetzt immer noch möglich, das Dach durch einen Gutachter inspizieren zu lassen. Hierbei ist es aber wichtig, dass der Gutachter seinerseits keine Veränderungen mehr am Dach durchführt.

In diesem Fall wäre der Dachdecker sofort aus der Haftung befreit. Bei einem zugeschalten Dach ist jedoch die Überprüfung von Wärmedämmung und Dampfsperre  sehr schwierig. Halten Sie daher bitte die Reihenfolge genau ein und geben Sie das Dach erst zur Nutzung frei, wenn es von einem unabhängigen Gutachter inspiziert wurde.

 

Garantien für Flachdächer

 

Dachdecker Folie Flachdach

 

Nach dem Boom der Flachdach-Bungalows in den 1950er Jahren kam bald das unsanfte Erwachen: Die als innovativ und modern geltenden Gebäude hatten Probleme mit der Dichtigkeit des Daches. Das stehende Wasser dringt durch kleinste Ritzen und richtet dort erhebliche Schäden an Dämmung, Dachhaut und Innenräumen an. In manchen Gemeinden waren die Probleme mit den Flachdächern so gravierend, dass sie in den örtlichen Bauvorschriften ausdrücklich verboten wurden. 

Heute bekommt man die Flachdächer dank innovativer Verfahren und Werkstoffe jedoch gut in den Griff. Entsprechend feiern Flachdächer im Wohnungsbau ein großes Comeback. Die Hersteller bieten heute Bitumenbahnen und Kunststofffolien an, mit denen die Flachdächer abgedichtet und versiegelt werden. Eine Garantie auf Dachprodukte von bis zu 20 Jahren ist in diesem Fall keine Seltenheit. Für die Dachdecker gilt jedoch auch bei Flachdächern die übliche Gewährleistungsfrist von 48 Monaten. In der Praxis zeigt sich jedoch: Wenn ein Flachdach die Gewährleistungsfrist gut überstanden hat, dann bleibt es auch dicht. Sollte es doch zu der einen oder anderen Undichtigkeit kommen, lässt sich der Schaden oft schnell reparieren. Allerdings sollte ein Bauherr das Flachdach nach Ablauf der Garantiefrist erneuern lassen.

So ist man auf der sichere Seite und kann wieder eine volle Herstellergarantie auf Dachprodukte und Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten in Anspruch nehmen. Dazu besteht jedoch noch eine Alternative: Aufgrund der Probleme mit der Dichtheit von Flachdächern gehen viele Gemeinden einen besonders drastischen Schritt: Dem Umbau eines Flachdachs zu einem Haus mit Pult- oder Satteldach wird häufig nicht nur wohlwollend begegnet, sondern sogar gezielt gefördert. In der Regel geht diese Umwandlung der Dachform mit der Schaffung von neuem Wohnraum einher. Daran haben die Gemeinden ein vitales Interesse und bauen deshalb in diesem Punkt keine Hindernisse auf.

 

Erlöschen der Gewährleistung auf Dachdeckerarbeiten

 

Dachdecker und jeder andere Bauhandwerker muss für seine abgeschlossenen Arbeiten eine vierjährige Gewährleistungsfrist einhalten. Diese gilt jedoch nur, sofern der Auftraggeber sich an bestimmte Regeln hält.

Zum ersten ist es die Pflicht des Immobilienbesitzers, einen entstandenen Schaden sofort nach Bekanntwerden zu melden. Wenn das Dachdeckerunternehmen nachweisen kann, dass ein Loch im Dach monatelang geduldet wurde, kann es die Regulierung der Folgeschäden verweigern. Die Kosten für Schimmelschäden muss in diesem Fall der Bauherr selbst tragen.

Des Weiteren darf der Immobilienbesitzer nicht ohne Absprache mit dem Dachdeckerunternehmen Veränderungen am Dach vornehmen, die in die Bausubstanz eingreifen. Das eigenständige Anbringen einer Satellitenantenne, das Einbauen von Solarmodulen oder andere Umbauten müssen mit dem Dachdeckerunternehmen abgesprochen werden, wenn diese innerhalb der Gewährleistungspflicht durchgeführt werden. Andernfalls ist der Nachweis, dass ein Bauschaden durch Fehler des Dachdeckerunternehmens entstanden ist, sehr schwer. 

 

Schließlich muss ein Immobilienbesitzer die Ausweitung eines Schadens auch selbstständig so weit verhindern, wie ihm das zumutbar ist. Ein kaputtes Dachfenster kann man beispielsweise auch von innen abkleben und damit seine Dichtheit provisorisch wieder herstellen. Hier kann man den Dachdecker nicht für Folgeschäden haftbar machen, wenn der Bauherr solche Schritte unterlässt. 

 

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