Darauf müssen Sie bei der Asbestsanierung Ihres Daches achten

  • Dachdecker/Zimmerer misst etwas auf dem Dach aus.

Asbestsanierung ist wichtig, aber auch aufwendig. In Deutschland wurde der Stoff besonders häufig zwischen 1900 und 1990 verbaut.1

In vielen Häusern aus dem 20. Jahrhundert ist bis heute Asbest verbaut. Besonders zu Zeiten des „Wirtschaftswunders“ wurde die „Wunderfaser“ vielseitig eingesetzt.Der Grund: Das Material ist besonders widerstandsfähig gegen Hitze, Feuer und Säure, hat eine hohe Zugfestigkeit und ist obendrein preiswert. Im Lauf der Jahre wurden allerdings zahlreiche gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen festgestellt. Deshalb wurde Asbest 1993 als Gebäudeschadstoff, bzw. asbesthaltiger Müll als gefährlicher Abfall bezeichnet.3

Wir klären Sie auf über die Gefahren von Asbest und zeigen Ihnen, wann Handlungsbedarf besteht. Außerdem geben wir Ihnen nützliche Tipps, wie Sie die Entfernung von Asbest angehen und worauf Sie dabei achten sollten.

Gesundheitsgefahr: Darum ist eine Asbestsanierung am Dach erforderlich

Das Krankheitsbild der Asbestose, einer Staublungenkrankheit, die durch Einatmen von Asbestfasern ausgelöst werden kann, war bereits früh bekannt. Die stark krebserregenden Eigenschaften hingegen wurden erst deutlich später am Ende des 20. Jahrhunderts identifiziert.4

Schon geringe Mengen Asbest können theoretisch ausreichen, um langfristig schwerwiegende Symptome auszulösen. Deshalb sollten Sie die Feststellung von Asbest in Ihrem Dach zumindest zum Nachdenken über eine zeitnahe Sanierung veranlassen.

Asbest in Ihrer Bausubstanz zu entdecken, ist allerdings nicht automatisch ein Grund zur Panik, denn die Fasern lösen sich nicht einfach von alleine. Allerdings sollten Sie Arbeiten an möglicherweise belasteten Teilen (zum Beispiel Bohrarbeiten) unbedingt unterlassen.5

Sollten Sie Grund zur Annahme haben, dass in Ihrem Haus asbesthaltige Baustoffe verarbeitet sind, lassen Sie den Sachverhalt von einem Fachmann prüfen. Durch Analysen von Materialproben lässt sich feststellen, ob von der Bausubstanz Ihrer Immobilie gesundheitliche Risiken für die Bewohner ausgehen.6

Wo kann Asbest im Dach vorkommen?

Asbest kann prinzipiell in allen Häusern vorkommen, die zwischen 1900 und 1993 errichtet wurden. Es wurde vor allem bei Dacheindeckungen (Kunstschiefer, Wellfaserzement) und Dämmstoffen verwendet. Aufgrund der zeitweise großen Beliebtheit in der Industrie sowie dem fehlenden Wissen um die gesundheitlichen Gefahren, ist Asbest heute noch sehr weit verbreitet.

In manchen Häusern ist lediglich die Dacheindeckung betroffen, während in anderen Fällen auch Dämmung, Entwässerungssystem sowie Bodenbelag asbesthaltig sein können. Zu unterscheiden ist auf jeden Fall zwischen verschiedenen Arten von Asbest, die unterschiedliche Belastungen und Gefahren mit sich bringen.7

Schwach gebundener Asbest im Dach

Als schwach gebundene Asbestprodukte bezeichnet man solche mit einem Asbestanteil von über 60 Prozent und einer Dichte von unter einer Tonne pro Kubikmeter. Beispiele sind asbesthaltiger Putz, Leichtbauplatten oder Auskleidungen und Isolierungen in alten Kesseln oder Öfen. Vinyl-Bodenbeläge aus den 1960er Jahren enthalten auch häufig Asbest in der Trägerpappe. Bei größeren Bauwerken wurde außerdem sehr häufig so genannter Spritzasbest eingesetzt. Dieser wurde zum Brandschutz auf tragende Stahlelemente angebracht.8

Schwach gebundener Asbest stellt ein großes Gesundheitsrisiko dar, weil sich Teilchen davon sehr leicht lösen können.9

Fest gebundener Asbest im Dach

Unter fest gebundenen Asbestprodukten versteht man einen Asbestanteil von etwa zehn bis 15 Prozent sowie eine Dichte von mindestens 1,4 Tonnen pro Kubikmeter. Er kommt in Dachplatten (zum Beispiel Faserzement), Rohren, Kabelkanälen und Bodenfliesen vor. Auch Bitumenkleber kann asbesthaltig sein.10

Von fest gebundenem Asbest geht eine deutlich geringere Gefahr für Ihre Gesundheit aus. Denn von Asbestzement lösen sich nicht ohne Weiteres Fasern und Teilchen. Trotzdem sollten Sie Arbeiten (Bohren, Sägen, Schleifen, etc.) an solchen Produkten vermeiden.11

Wie Sie die Asbestsanierung am Dach vornehmen lassen

Wenn Sie aufgrund des Bauzeitraums oder der verwendeten Materialien Asbest in Ihrem Haus vermuten, wenden Sie sich zunächst an einen zertifizierten Sachkundigen für Asbest. Entsprechend der Technischen Regeln für Gefahrstoffe 519 bewertet er den Zustand. Eine teure Analyse der Raumluft ist meist wenig aussagekräftig.

Sollten sich Ihre Vermutungen bestätigen, hängt die Dringlichkeit für eine Sanierung von der Art und dem Zustand der verbauten Asbestprodukte ab. Produkte mit schwach gebundenem Asbest sollten zeitnah fachgerecht entfernt werden. Bei der Feststellung von fest gebundenem Asbest sollten Sie sich durch einen Experten beraten lassen, ob und wie dringend eine Asbestsanierung des Daches erfolgen sollte.12

Förderung von Sanierungsarbeiten

Die Asbestsanierung ist nicht direkt förderbar. Allerdings können Sie die Handwerkerkosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Außerdem können Sie Fördermittel für die neuen Materialien, mit denen die Asbestprodukte ersetzt werden beantragen.14 Voraussetzung für die Unterstützung durch den Staat ist allerdings, dass damit die Energieeffizienz Ihres Hauses verbessert wird und die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten werden.15, 16

Um diese Kriterien zu erfüllen, benötigen Sie einen kompetenten Meisterbetrieb, den Sie ganz einfach mit MeinDach finden können.